Weil oft die Fragen zum Privatleben einer Hebamme (verheiratet? Kinder? etc.) sehr wichtig für die Auswahl zu sein scheinen, lasse ich euch gerne wissen, was die Hotspots an mir und meinem Leben sind:

 

Ich bin überglücklich verheiratet und zu allem Glück noch Mama seit 28.11.2016 - unsere Tochter Pari Shiva (was so viel bedeutet wie "bezaubernde Fee"  wie man oben unschwer erkennen kann) hat unser Leben aus und in alle möglichen Bahnen geworfen. Obwohl ich schon vorher Hebamme war, hat mir mein Kind erst wirklich gezeigt, was es heißt zu gebären und (auch als Mama) geboren zu werden und mit allen Höhen und Tiefen zu leben und zu lieben. Doch ganz besonders hat sie mir gezeigt, was es heißt, wirklich bedingungslos zu lieben...

 

Denn Kinder lieben einfach bedingungslos - egal wie müde ich bin, wie sehr mir meine Haare schon zu Berge stehen, wie und wonach ich rieche oder was ich an Kleidung schon wie lange trage (ja, das erste Mal Mama sein ist ganz schon fordernd!) : sie liebt mich so wie ich bin und zeigt mir das jede Sekunde. Ich habe durch sie erfahren, was es heißt, sich aufzuopfern, immer noch ein bisschen mehr geben zu können, sei es in der Schwangerschaft, unter der Geburt oder jetzt als 24h-Mama zwischen Ehrfurcht, Stolz, Erschöpfung, Kräfte-Sammeln, mit 1000 Schmetterlingen im Bauch und platzend vor Liebe. 

 

Ich habe gelernet, dass mich ein Lächeln jede Müdigkeit vergessen lässt, auch wenn ich behaupten kann, schon seit ihrer Geburt nicht mehr richtig geschlafen zu haben. Ich habe gelernt, dass der Duft eines Menschen, der so unschuldig und liebevoll ist, sich in mein Gehirn einbrennen kann, wie nichts Anderes bisher. Ich habe gelernt, was "Zeit" bedeutet - nämlich garnichts. Die Kinder leben im Hier und Jetzt, für sie hat es keine Bedeutung, was in 10 Sekunden passieren wird. Sie leben tatsächlich mit allem drum und dran. Sie lehren einen, dass man mit ruhigem Gewissen alles stehen und liegen lassen kann, wenn das eigene Kind Aufmerksamkeit braucht, denn es gibt keine wertvollere Zeit als die, in der man Liebe teilen kann, in der man ein Kinderlachen hören darf, in der man vielleicht einfach nur herumliegen kann, oder in der man einfach nur Mutter Natur bei der Arbeit beobachten kann.

 

Und Mama zu sein hat Vieles gemein mit dem Beruf der Hebamme. Ehrfurcht und Respekt vor Mutter Natur und den Wundern des Lebens lassen einen in eine Beobachterinnenrolle schlüpfen, die eingreift, wenn es wirklich sein soll und den Dingen sowieso am Liebsten ihren Lauf lässt. Ganz vieles entwickelt sich nämlich ganz von alleine, wenn man die Geduld besitzt, es so sein zu lassen, wie es ist und der Zeit an sich so lange es geht keine besondere Beachtung schenkt - denn es gibt auch in der Schwangerschaft, unter der Geburt und der Zeit danach Wichtigeres als das Ticken der Uhr.

 

Und wie eine Mama hat eine Hebamme nicht nur ein Herz aus Gold (!), das ihr zum intuitiven, instinktiven Handeln verhilft, sondern kombiniert das mit den Adleraugen einer Aufpasserin, die zwar vollstes Vertrauen in die Urkräfte hat und an das Natürliche glaubt, es schützt und begleitet, aber auch gelernt hat zu erkennen, wenn Mutter Natur noch zwei helfende Hände gebrauchen kann.

 

 

 

Man wird als Hebamme auch oft gefragt, warum man denn gerade diesen Beruf gewählt hat. Viele von uns können von sehr frühen Erfahrungen berichten, wo sie bei Ultraschallen, bei Geburten oder bei der Säuglingspflege von Geschwistern dabei sein konnten, und noch viele andere, sehr wundervolle Erfahrungen machen durften, die sie auf ihren Weg zur Hebamme geführt haben. Leider war mir das nicht  möglich.

 

Bei mir war es einfach ein Gefühl.

 

Mein ganzes Leben lang wurde ich bisher von einer guten Intuition und einem guten Instinkt begleitet.Ich konnte das Gefühl nicht loswerden, dass das meine Berufung ist, dass es das ist, was ich bis zu einem Alter, in dem ich mich nicht mehr auf mein Moped, Auto, etc. schwingen kann um Frauen und Kinder zu besuchen, durchziehen möchte. Eigentlich dachte ich mir: "das ist doch eine Lebensaufgabe, für ich mich aufopfern möchte."

Aufopfern für ein Gefühl, das Richtige zu tun. Und auch heute noch, nachdem ich den Weg nun eingeschlagen habe, handele ich weiterhin nach meinem Gefühl, folge diesem und vertraue ihm voll und ganz.